Churchill tat es, Castro sowieso und Udo Lindenberg natürlich immer noch. Zigarren rauchen ist ein Ausdruck für ein bestimmtes Lebensgefühl – vor allem von Männern. Man(n) muss sich auch mal was gönnen können – gerade ein so anspruchsvolles Genussmittel.

Wir stellen eines gleich zu Beginn klar: Nein, wir verherrlichen in marktEINBLICKE gewiss nicht das Rauchen. Es gibt zuhauf gute Gründe, nicht zu rauchen bzw. damit aufzuhören. Doch wie sagte schon Winston Churchill: „Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen.“
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Genuss und Rendite. Churchill war vor allem Zigarren-Raucher. Versuchen wir das Ganze einmal als Mix zu sehen. Ein Mix aus Genuss und Rendite. Denn auch als Investments taugen die aus Tabakblättern gerollten Rauchwaren. Vor allem wenn diese aus dem schönen Cuba kommen, aus hochwertigen Tabaksorten bestehen und auch noch in einem guten Humidor gelagert werden. Es ist bei Zigarren ähnlich wie bei Wein: Je reifer das Produkt, desto mehr steigt der Preis.

Doch sind wir ehrlich, viele lassen dann doch lieber die Rendite im Rauch aufsteigen und genießen die Zigarren – auch wenn offiziell der Absatz von Zigarren und Zigarillos in Deutschland seit 2007 kontinuierlich abgenommen hat. 2016 wurden aber immerhin noch über 3 Milliarden der rauchenden Stangen abgesetzt. Höhepunkt war das Jahr 2007, als die Deutschen es beim Absatz auf über 6,5 Milliarden brachten. Dennoch ist der aktuelle Absatz für ein kleines Land wie Deutschland gewaltig.

The British Gentleman
Der britische Premierminister Winston Churchill war leidenschaftlicher Zigarrenraucher. Er wurde Pate für das heutige bekannte Churchill-Format bei Zigarren. Churchill hatte zu seiner Zeit sogar seine eigene Zigarre – hergestellt von dem Londoner Unternehmen Alfred Dunhill in Kooperation mit Romeo y Julieta aus Havanna. Mit personalisierter Bauchbinde. Heute wird die „Churchill“ von allen Herstellern vor allem als die allgemeine Bezeichnung für ein bestimmtes Format verwendet: Eine Zigarre mit einer Länge von 178 mm und einem Ringmaß von 47 (18,65 mm) sowie einer Rauchdauer von bis zu 90 Minuten.

Cuba ist das Maß der Dinge. Die Deutschen lieben vor allem die Zigarren aus Mittelamerika, Südamerika und der Karibik. Das Hausgemachte – auch in Europa werden Zigarren produziert – ist nicht so sehr angesagt, auch wenn das den Produkten sicherlich Unrecht tut. Trotzdem steht vor allen Cuba für die besten Zigarren, beim amerikanischen Nachbarn wurde die Handwerkskunst der Zigarrenherstellung über Jahrzehnte hinweg perfektioniert.

Erstaunlich ist, dass unsere Recherchen ergaben, dass vor allem immer mehr junge Männer eine Zigarre anzünden, die aber eine gute Qualität haben muss. Der Trend zu besseren und teuren Tabakrollen ist erkennbar und solche Produkte kommen eben aus Übersee und nicht aus Wanne-Eickel.

Was macht eine gute Zigarre aus? Im Prinzip ist eine Zigarre vom Inhalt keineswegs großartig von einer Zigarette zu unterscheiden. Die beiden wichtigsten Unterschiede sind, dass es bei der Zigarre keinen Filter gibt und diese wiederum in Tabakblätter gewickelt ist. Hinzu kommt noch der Fertigungsprozess: Erstklassige Marken sind noch echte Handarbeit – was der rauchende Genießer auch an der Kasse bemerken wird.

Geht man in einen Zigarrenladen, so wird man mit vielen Größen und Geschmacksrichtungen konfrontiert. Nicht weniger als zehn verschiedene Formate von Zigarren gibt es. Vom Format Cigarillo mit der Abmessung 10,2 x 1,0 cm und einem Ringmaß von 27 über das Format Corona bis hin zur Double Corona mit der Abmessung 19,7 x 2,0 cm und einem Ringmaß von 49. Letztere ist ein langer Genuss – manche Zigarren haben daher auch eine Rauchzeit von fast zwei Stunden.

„Der Genuss einer guten Zigarre lässt uns an Zeiten zurückerinnern, die es gar nicht gegeben hat.“ (Oscar Wilde)

Eine Art von Anachronismus. Daran merkt man: Zigarren rauchen ist nichts für Hektiker, sondern etwas für Genussmenschen. Abgeleitet von „zikar“, dem Maya-Wort für Rauchen, symbolisiert eine gute Zigarre Ruhe und eine gewisse Verinnerlichung. Das Rauchen einer Zigarre hat überhaupt nichts mehr mit der „schnellen Kippe vor der Tür“ zu tun. Welche Zigarre man zu welcher Tageszeit auch wählt – es hängt von der Stimmung ab und eben auch ein bisschen von der Zeit. Für ein edles Rauchmittel von mehr als einer Stunde hat man nicht immer Zeit.

Aber vielleicht ist das auch eine Art „out of Time“-Therapie? Gerade in unserer schnelllebigen Zeit mit ihren Smartphones, Social-Media-Reaktionen und dem schnellen „Coffee to go“. Eine Art von Anachronismus, für den man sich bewusst entscheidet. Sich einfach sacken lassen und eine Zigarre abends rauchen? Wir geben zu, unsere marktEINBLICKE-Redaktionssitzungen sind durch eine Churchill oftmals entspannter und sehr produktiv. Wir nehmen uns einfach die Zeit und deshalb haben wir auch einen kleinen Humidor.

Kaufen und Aufbewahrung. Dieser ist wichtig, der Humidor ist die Lagerstätte für Zigarren. In ihm kann das gute Rauchwerk so lagern, dass es auch langfristig Spaß macht, die Zigarren in bestem Zustand zu rauchen. Denn das wichtigste ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent und eine Temperatur im Bereich von etwa 18-24 Grad. Das bekommt man nur in einem Humidor hin, der innen mit Zedernholz ausgekleidet ist. Um die besagte Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, braucht der Humor einen zuverlässig arbeitenden Befeuchter und ein Hygrometer. Denn ist eine Zigarre zu trocken, brennt sie zu schnell ab und bekommt Risse im Deckblatt. Das macht keinen Spaß.

Bevor man seine Zigarren aber im Humidor professionell lagert, muss man diese kaufen. Nur wo? Eine gute Beratung ist vor allem für Rauch-Rookies wichtig. Auch hier gilt – nehmen Sie sich Zeit! Lassen Sie sich beraten, welche Größe welche Rauchzeit hat, welche Zigarre eher mild oder eher stark ist und wann man diese raucht – als Nachgang zum Essen oder einfach so am Abend. Letzteres ist gerade für Whisky-Fans interessant, da nicht selten die Kombination Zigarre und edler Single Malt in Erscheinung tritt. Aber auch ein guter Rum ist ein idealer Partner einer schön gedrehten Cubanerin.

Hecho en Cuba. In Sachen Qualität kann man sich eines merken – gerade bei Zigarren aus Cuba: Das Garantiesiegel „puros habanos“ bei echten Havannas, die wiederum in einer Zedernholzkiste gelagert sind. Eine Top-Qualität liegt vor, wenn die Zigarren mit dem Zusatz „Hecho en Cuba. Totalmente a mano“ versehen sind. Diese garantiert, dass man wirklich handgefertigte Produkte aus Cuba kauft.

Kommen wir nun zur Königsdisziplin selbst, dem Rauchen. Eine Zigarre gehört angeschnitten, eine Zigarrenschere sollte es da schon sein. Anschließend wird das Rauchwerk angezündet. Bitte nicht ein Benzinfeuerzeug oder schwefelhaltige Streichhölzer verwenden. Ein Holzspan ist die beste Variante – oder ein Gasfeuerzeug. Zunächst die Zigarre erst waagrecht langsam über der Flamme drehen, solange bis ein gleichmäßiger Aschering vorhanden ist. Dann die Zigarren etwas vom Feuer weghalten und den ersten Zug nehmen.

Der Genuss. Ab jetzt hat man Zeit – mehr als einen Zug pro Minute sollte man nicht nehmen. Während der Rauchzeit kann die Zigarre durchaus immer wieder ausgehen – einfach erneut anzünden. „Time to say goodbye“ heißt es zur Zigarre, wenn der Rauch anfängt heiß zu werden. Dann einfach ausgehen lassen – echte Zigarren-Raucher drücken ihr Rauchwerk nicht aus. Unser Fazit: Zigarren machen Spaß und sind ein wichtiges Stück Lebensart. Nicht umsonst heißt es: „Der Luxus an einer Zigarre ist nicht der Preis, sondern die Zeit die man mit ihr verbringt“…