Was ist eine Premiumzigarre?


 
 
 

Grob vereinfacht kann man diese Frage mit den Unterschieden zwischen Longfiller und Shortfiller beantworten. Mithin also handgerollte Zigarren aus ganzen Tabakblättern und maschinengefertigte Zigarren aus zerkleinertem Tabak.

Dies impliziert allerdings eine Herabsetzung der Shortfiller, welche ihre Hersteller natürlich ungern hören. Hinter der Produktionsweise stehen jahrhundertelange Traditionen. Vor der Einführung der Maschinen wurden Shortfiller selbstverständlich mit der Hand gerollt. Indonesische und brasilianische Tabake, die vorwiegend in Shortfillern verarbeitet werden, sind deshalb nicht schlechter als karibische Tabake. Es behauptet ja auch niemand, dass ein deutscher Riesling besser oder schlechter sei als ein französischer Chardonnay. Dennoch hat sich die grobe Einteilung eingebürgert, und sie lässt sich noch etwas differenzieren.

Totalmente a mano stellt die Königsdisziplin der Longfiller dar. Der Begriff steht beispielsweise auf dem Boden der entsprechenden Havanna-Kisten. Impliziert ist damit der Begriff „tripa larga“. Das heißt: Die Zigarren wurden vom Wickel (Einlage plus Umblatt, auch Puppe genannt) bis zum Überrollen durch das Deckblatt mit der Hand gerollt und die Einlage besteht aus langen Tabakblättern.

Wenn von Hecho a mano die Rede ist, war eine Maschine beim Herstellen des Wickels beteiligt. Das Deckblatt wird dann mit der Hand angebracht.

Dann gibt es noch Mediumfiller, hier enthält der Wickel neben ganzen Tabakblättern auch klein geschnittene Blätter. Sie werden mit der Hand überrollt.

Und schließlich spielt bei dem Begriff Premiumzigarren natürlich auch die Qualität der Tabake eine Rolle. Auf Kuba beispielsweise wachsen in der Region Pinar del Rio die besten Tabake. Im östlichen Oriente wachsen auch Zigarrentabake, die aber für den regionalen Konsum oder auch Zigaretten verarbeitet werden. Selbstverständlich gibt es auch in Pinar del Rio noch Qualitätsunterschiede. Tabake beispielsweise, die nur für eine Cohiba verwenden werden.

Im Preis machen sich diese Aspekte natürlich bemerkbar. Inwiefern es sich im Geschmack der Zigarren niederschlägt, muss jeder Aficionado subjektiv beurteilen.