Zigarette, Shisha, Vapen – So beeinflussen Musiker die Rauchkultur

Musiker prägen das Bild des coolen Rauchers maßgeblich mit.
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Musik beeinflusst unser Leben und umspannt die allermeisten Themengebiete des Alltags. Künstler haben oft das Ziel, musikalisch Realitäten auszudrücken und widerzuspiegeln. Durch dieses Vorhaben entstehen nicht selten neue Trends. Dies gilt auch für das Thema rauchen: Seit langer Zeit sind Rauchutensilien und Rauchwaren thematisch ein Teil von Musik, die sich neuen Entwicklungen anpasst und sie weiterverbreitet.

Vapen und E-Zigaretten: Der aktuelle Trend

Der aktuellste Trend unter Rauchern ist das Dampfen über E-Zigaretten und ähnliche Geräte. Diese Entwicklung spiegelt sich seit Jahren auch in Imagekampagnen und Videos von Musikern, wie zum Beispiel den Foo Fighters oder verschiedenen Rappern, wieder.

Dabei ist die Modeerscheinung Vapen gar nicht so neu. Schon 2014 präsentierte sich die britische Popsängerin Lily Allen in einem Video mit E-Zigarette. Sie ist damit schon früh zur Vorreiterin des Trends geworden, dass Frauen zunehmend Gefallen an E-Zigaretten finden.

Zwar ist das Dampfen in der weiblichen Welt noch nicht so ausgeprägt wie unter Männern, jedoch lässt sich ein deutlich wachsendes Interesse für das Thema feststellen. Auch aktuell ist die Sängerin häufig mit einer E-Zigarette zu sehen, das Rauchutensil ist Teil ihres Lifestyles und ihres Images. Allen ist dadurch vielleicht sogar zu einer Art Botschafterin geworden.

Andere Künstler gehen sogar noch weiter. Hagen Stoll, der einerseits einem breiten Publikum als Frontmann der Band Haudegen, andererseits als Rapper Rilla bekannt ist, hat schon vor einigen Jahren ein eigenes E-Liquid entwickelt. Ein Beleg der wachsenden Bedeutung von E-Zigaretten für Musiker und Fans auch im deutschen Raum.

Musiker und Zigaretten

Jeder kennt das Klischee vom „unbeirrbaren Rockstar“, in der einen Hand ein Whiskeyglas, in der anderen eine Zigarette. Die Zigarette ist für diese Gruppe von Musikern einerseits ebenfalls Ausdruck eines Lifestyles, andererseits passt es super in das eher raue und wilde Image vieler Rockmusiker. Dieses Bild entstand vor allem in den 60er und 70er Jahren, unter anderem durch Musiker wie Bob Dylan, der allseits bekannt und auch heute noch aktiv ist.

Allerdings ging die Behandlung von Nikotin und Rauchgenuss in der Musik schon um einiges früher los. Im Jahr 1925 veröffentlichte Johannes Heesters, eine frühe Ikone der Musikindustrie, den Song „Da nehm ich meine kleine Zigarette“. Das Stück ist offensichtlich so beliebt, dass es auch heute noch, also knapp 100 Jahre nach Veröffentlichung, online sehr einfach zu finden ist.

Über die Jahrzehnte behandelten viele weitere Musiker und Bands in ihren Lyrics das Thema, häufig eher in Nebenreferenzen. So singt James Hetfield, Leadsänger der Band Metallica, im Song „Turn the page“ aus dem Jahr 1998: „You smoke the days last cigarette/ Remeberin what she said“. Er verbindet die Zeile mit einer Atemtechnik, die wie ein Zug an einer Zigarette klingt.

Aber auch im allseits bekannten Megahit „Paparazzi“ von Lady Gaga findet die Zigarette eine Erwähnung: „In between the Sets/Eyliner and Cigarettes“. Referenzen an den Glimmstängel sind also genreunabhängig und spiegeln wider, dass Zigarettenkonsum ein weitverbreitetes Phänomen ist. Sie bieten den Hörern schlussendlich schlicht und ergreifend einen Identifikationspunkt.

Deutschrap und die Shisha

Die Shisha, eine arabische Wasserpfeife, hat neben vielen anderen Faktoren auch durch Deutschrap an Popularität unter jungen Erwachsenen gewonnen. Zunächst logisch, denn ein großer Teil der besonders bekannten deutschen Rapper hat einen arabischen Migrationshintergrund. Die Reihe der Musikvideos von deutschen Hip Hop Artists, in denen einen Shisha vorkommt, ist nahezu unendlich.

Auch darüber hinaus präsentieren sich Rapper in Deutschland als absolute Shishaliebhaber. So hat zum Beispiel der in Berlin lebende Künstler Massiv eine eigene Tabakserie entwickelt. KC Rebell, der unter anderem durch den Hit „Bist du real“ einem breiten Publikum bekannt wurde, hat sogar eine eigene Shishabarkette.

Beide Beispiele zeigen: Nicht nur in der Theorie, also in Texten oder dem eigenen Gebrauch auf Fotos, sind Rauchwaren für Musiker ein Thema. Viel mehr entdecken einige Artists darin auch ihre ganz eigenen Geschäftszweige, die sie durch ihren Bekanntheitsgrad als Musiker einer breiten Masse vorstellen.

Statussymbol Zigarre

Auch abseits der Musikbranche sind Zigarren, gerade in den hochpreisigeren Segmenten, für viele Menschen ein Symbol für Status und Erfolg. Es verwundert also kaum, dass Musiker in den besonders fetten Jahren ihrer Karriere diese Praxis übernommen haben.

Vor allem die US-amerikanischen Kollegen der Deutschrapper zeigen sich häufig mit Zigarre, um eine Machtposition oder einen opulenten Lifestyle bildlich darzustellen. Ein Beispiel hierfür ist das Cover des Albums „The Blueprint“ der Rappers Jay-Z, auf dem er auf einem Tisch sitzend an einer Zigarre zieht. 50 Cent präsentiert sich auf einer Vielzahl von Presse- und Imagefotos ähnlich.

So beeinflussen die Künstler vor allem Fans, die in der gleichen oder einer anderen Branche wachsen und erfolgreich werden. Sie verkörpern unmissverständlich und sehr lebhaft das Bild: Zum Erfolg gehört die Zigarre.

Fazit

Musiker sind mit dem Thema Rauchen so stark oder weniger eng verbunden wie der Rest der Gesellschaft auch. Durch ihren Status als Person des öffentlichen Lebens und vor allem ihre vielseitige musikalische Kommunikation mit der Außenwelt steht ihr Rauchverhalten jedoch mehr im Fokus.

Musik und Rauchkultur sind eng miteinander verknüpft, und das nicht erst seit gestern. Musiker passen sich den Rauchtrends an oder werden ihr Promoter und in manchen Fällen sogar eine Art Botschafter. Zudem findet das Rauchen in all seinen Ausprägungen immer wieder Erwähnung in Lyrics oder einen Platz auf bildlichen Darstellungen wie Covern und Imagefotos. Ganz unabhängig davon, ob der Künstler Johannes Heesters oder KC Rebell heißt