Mit Achtsamkeit zu mehr Genuss

In der heutigen Welt soll alles möglichst schnell und einfach gehen. Wenn alle drei Minuten eine U-Bahn fährt, rennt man trotzdem gehetzt zum Gleis, um sie noch zu erwischen. Gegessen wird im Gehen oder Stehen und schnell mal nebenbei. Dabei automatisieren sich viele Abläufe. Ein Trend, der seit einigen Jahren dagegen steuert, ist der der Achtsamkeit. Der Gedanke dahinter: Bewusst und mit genügend Zeit Dinge im Leben zu erledigen wie essen, atmen, einkaufen. Wie funktioniert das?

Achtsamkeits-Trend

Der vietnamesische buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh hat mit seinen Lehren zur Achtsamkeit das Prinzip bekannt gemacht und in der modernen Welt verbreitet. Basierend auf fünf Achtsamkeitsübungen kann man demnach sein Leben und seine Umwelt positiv beeinflussen und damit ein besseres Lebensgefühl erreichen.

Neben den ersten vier Übungen: achtsam mit dem Leben von Mensch und Tier umzugehen, gütig und großzügig zu sein und keine kurzlebigen Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen, beinhaltet die fünfte Achtsamkeitsübung: achtsam zu konsumieren. Das heißt, auf eine gesunde Ernährung zu achten, genug zu trinken und dem Körper nur Dinge zuzuführen, die ihm Frieden verschaffen. Man muss sich nicht streng an alle Übungen halten, da es sich nicht um strikte Regeln handelt. Stattdessen gilt es schon als erster Schritt, die Dinge, die man konsumiert, bewusst zu genießen.

Genuss wirklich genießen

Das heißt, wenn man isst, sollte man sich dazu hinsetzen und sich Zeit nehmen für die Mahlzeit. Maximal eine halbe Stunde reicht bereits, um sich vom Stress zu entspannen. Für das Einkaufen bedeutet es, sich vorher Gedanken zu machen, was man wirklich braucht und was man mit den gekauften Lebensmitteln anfangen kann – statt einfach aus einer Laune heraus zu kaufen und davon womöglich später die Hälfte wegzuwerfen.

Ein Drittel der deutschen Bevölkerung raucht. In den Mittagspausen oder schnell mal zwischendurch greifen viele zur Zigarette. Häufig werden gleich zwei oder mehr hintereinander geraucht. Mit den neuen E-Zigaretten geht alles noch schneller und sogar auf Knopfdruck. Wenn das Rauchen dem Körper Frieden verschafft, sollte man das genießen. Die langsamste und genussvollste Art zu rauchen, ist das Zigarre rauchen. Kenner sind sich einig: Dafür braucht man Zeit, gute Gesellschaft mit angenehmen Gesprächen und gern auch einen guten Drink. Für eine einzelne Zigarre braucht es mindestens eine halbe und manchmal sogar zwei oder drei Stunden. Das hängt davon ab, für welches Fabrikat man sich entscheidet und wie viel Tabak man verträgt. Denn, um den Geschmack zu erhalten, darf die Zigarre nicht zu heiß werden. Man darf nicht zu oft und zu schnell daran ziehen.

Kleine Veränderungen reichen häufig schon

Viele sagen, dass sie für Entschleunigungsübungen keine Zeit haben. Doch kleine Veränderungen können schon ausreichen, um Stress zu reduzieren und innere Ruhe zu gewinnen. Man muss nicht sofort alle Achtsamkeitsübungen in seinem Leben umsetzen. Doch wer, auch im hohen Alter noch fit und aktiv durchs Leben gehen möchte, sollte bereits in jungen Jahren auf seinen Körper hören und achten.