Seit 65 Jahren Familiensache

Geschäftsleben:Sabine und Manfred Huth investieren in ihr Zigarrenhaus und halten die Tradition aufrecht

Auch »kleine« Veränderungen haben ihre Wirkung – so zu beobachten Anfang des Jahres beim Ende des Bierstübchens »Zum Linke Alfred«. Altbürgermeister Walter Scharwies und andere Stammgäste verabschiedeten sich damals mit einem Geschenk bei »ihren« Wirtsleuten Sabine und Manfred Huth, die ihre »Pilsner Stube« für immer schlossen.

Doch in der Hanauer Straße 82 sind die Lichter nicht erloschen. Sabine Huth: »Wir konnten jetzt ein Vorhaben verwirklichen, das wir schon sehr lange in unseren Köpfen hatten.«

Das Bierstübchen war nur ein Standbein. Sabine Huth ist die Tochter des 1984 gestorbenen Alfred Link, von dem sie das Zigarrenhaus mit Bierstube übernahm. Zusammen mit ihrem Ehemann hat sie nun das 1953 eröffnete Zigarrenhaus Link erweitert. Die ehemalige Gaststube lieferte den Platz, den es für die Umsetzung der Idee brauchte.

Ein großer Humidor

Entstanden ist ein klimatisierter Zigarrenraum, der ideal für die Lagerung der Produkte ist, die ihren Weg aus der Dominikanischen Republik, aus Honduras, Nicaragua und natürlich aus Kuba nach Alzenau finden. Der Raum ist praktisch ein großer Humidor, in dem die Luftfeuchtigkeit konstant bei etwa 70 Prozent gehalten wird – ideal für die Zigarren, deren edelste Sorten mit bis zu 20 Euro (pro Stück) gehandelt werden.

»Ja – auch 20-Euro-Zigarren haben ihre Käufer«, sagt Manfred Huth. Das Paar hat gerne mit Menschen zu tun, die Huths mögen den Kundenkontakt.

Spezielles Volk

Die Zigarren- und Pfeifenliebhaber seien ein spezielles Volk. »Das sind Genussmenschen«, charakterisiert Manfred Huth. Und diese Genussmenschen kommen aus einem großen Umkreis. Von Wiesbaden bis Fulda im Hessischen, bis über Aschaffenburg hinaus im Unterfränkischen. Sabine Huth ordnet den Erfolg ein: »Es liegt natürlich auch daran, dass es in den Städten immer weniger Tabak-Fachgeschäfte gibt.«

Vor 15 Jahren wiederentdeckt

Und es liege daran, dass die Zigarre vor etwa 15 Jahren »wiederentdeckt« wurde und der Boom bis heute anhält. Für das Geschäft ist es des Weiteren nicht schlecht, dass die günstigen Einfach-Zigarren, mit denen einst massenhaft die Gaststuben eingeräuchert wurden, heutzutage keine große Rolle mehr spielen.

Der typische Zigarren-Käufer sei bereit, für sein Hobby ein paar Euro zu investieren. »Wir haben Kunden, die ertasten und erriechen ihre Zigarre, das ist eine richtige Prozedur«, berichtet Sabine Huth.

65 Jahre währt die Familien-Tradition des Alzenauer Zigarrenhauses Link. Sabine und Manfred Huth haben ihren Spaß daran, sie fortzuführen. »Sonst würden wir es nicht machen.«

So sorgen sie für ein wenig Beständigkeit in einer Straße, in der sich sehr vieles sehr schnell verändert hat.

Vorschau: Zum Alzenauer Weihnachtsmarkt (erstes Adventswochenende) wird das Zigarrenhaus Link eine Zigarrenmacherin aus Kuba präsentieren.