Tabak- und E-Zigaretten erhöhen bei jungen Menschen das Schlaganfallrisiko

Fairfax – Konsumenten von E-Zigaretten hatten in einer Querschnittstudie zwar seltener einen Schlaganfall erlitten als Tabakraucher. Die kombinierte Aufnahme von Nikotin durch Rauchen und Dampfen könnte laut der Publikation im American Journal of Preventive Medicine (2020; DOI: 10.1016/j.amepre.2019.10.008) das Risiko jedoch gegenüber einem alleinigen Tabakrauchen erhöhen.

Die USA erlebt derzeit eine Mode von E-Zigaretten. Vor allem jüngere Menschen greifen zu den Inhalatoren, die an einer erhitzten Wendel ein Liquid verdampfen, das häufig mehr Nikotin enthält als eine Tabakzigarette. Dass der Konsum von E-Zigaretten eine Nikotin­abhängigkeit erzeugt, dürfte kaum bezweifelt werden. Umstritten ist derzeit, ob E-Zigaretten das geringere Übel sind, da das Dampfen die Nutzer vor den schädlichen Verbrennungs­produkte aus dem Tabak bewahrt.

Die Ergebnisse der telefonischen BRFSS-Umfrage („Behavioral Risk Factor Surveillance System“), die die Centers for Disease Control and Prevention regelmäßig in einer repräsentativen Stichprobe durchführen, zeigen jedoch, dass für Viele Tabak- und E-Zigaretten keine Alternative sind, sondern sich eher ergänzen. Von den 161.539 Befragten der BRFSS-Umfrage von 2016/2017 gaben 7,77 Prozent an, dass sie ausschließlich Tabak rauchen. Insgesamt 5,29 Prozent waren ausschließliche “Vaper“ (die Hälfte davon Ex-Raucher). Insgesamt 4,79 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beide Systeme benutzen.

Damit stellt sich die Frage nach den gesundheitlichen Konsequenzen des doppelten Nikotin-Konsums. Nikotin verengt die Gefäße und erhöht den Blutdruck. Beides könnte mitverantwortlich sein für das erhöhte Schlaganfallrisiko, das für Tabakraucher seit langem erwiesen ist. Für E-Zigaretten fehlen derzeit Erkenntnisse aus Langzeitbeobachtungen, da sie erst seit einigen Jahren auf dem Markt sind.

Erste Hinweise könnten Querschnittuntersuchungen liefern, in denen die Anwender gefragt werden, ob sie bereits einmal einen Schlaganfall erlitten hatten. Das war in der BRFSS-Umfrage bei den meist jüngeren Nutzern von E-Zigaretten selten der Fall. Die von Tarang Parekh von der George Mason University in Fairfax/Virginia vorgestellte Analyse ergab, dass die meisten zwischen 18 und 24 Jahre alten Nutzer von E-Zigaretten nicht häufiger als gleichaltrige Nichtnutzer schon einmal einen Schlaganfall erlitten hatten. Ihr Risiko war sogar niedriger als das von Tabakrauchern, die meist zwischen 35 und 44 Jahre alt waren. Die adjustierte Odds Ratio, die unter anderem den Altersunterschied berücksichtigt, betrug 0,43 und war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,20 bis 0,93 sogar signifikant.