Wie wirkt sich die Größe der Zigarre auf den Geschmack aus?

Jedem Zigarrenraucher, der zwischendurch auch einmal einen Zigarillo raucht, ist der geschmackliche Unterschied zwischen Zigarrenformaten schon aufgefallen. Aber woran liegt dies?

Bei einer Zigarrenmarke gehen wir davon aus, dass die einzelnen Formate in ihrem Geschmack einen einheitlichen „Stallgeruch“ besitzen. Damit meinen wir keinesfalls den bei nicht vollständig fermentierten Tabaken auftretenden Ammoniak-Geruch bei kalten Zigarren, sondern die einheitlich verwendeten Tabakmischungen. Will man eine neue Zigarrenmarke testen, so empfiehlt sich mindestens ein Corona-Format, besser noch eine Robusto. Dies gilt auch für den Anfänger. Viele Anfänger greifen dann häufig zum kleinsten Format, am besten noch ein Zigarillo, weil sie die größeren Formate scheuen und sie für kräftiger halten.

Bei einem Longfiller werden zumeist fünf verschiedene Tabake verwendet. Deck- und Umblatt (in der Regel nur 1 Tabakblatt) sowie drei Tabake in der Einlage. Die Kunst eines Tabak-Blends bzw. des Master-Blenders ist es, diese Tabake sorgsam auszuwählen und vor allem in ihrem Verhältnis zu kombinieren. Hierbei droht der unbedingt benötigte kräftige Tabak bei einem sehr kleinen Format zu dominieren, während bei einem Robusto-Format, klassisch bei den Kubanern mit 19,84 mm Durchmesser festgelegt, die harmonische Mischung sehr viel einfacher gelingt.

Ein zweiter Aspekt wird beim Vergleich der „Extreme“ Zigarillo und Churchill-Format deutlich. Eine gute Zigarre beeindruckt durch ihr Entwicklungspotenzial mit abnehmender Länge. Logischerweise hat dazu ein Zigarillo wegen seiner geringen Rauchzeit kaum eine Chance, die Churchill sehr wohl. Manchmal bemerkt der Raucher unter Umständen, dass Zigarillos bitter oder zu stark werden. Bei einem größeren Format tritt dieser Effekt, wenn überhaupt, erst viel später auf. Idealerweise gar nicht oder sehr spät, wenn die gewählte Tabakmischung wirklich harmonisch ist. Neben der Tabakmischung tritt nämlich ein zweiter Punkt hinzu. Eine große Zigarre stellt einen natürlichen Filter dar. Kondensate, Feuchtigkeit und unerwünschte Aromen lagern sich nur sehr langsam in der Zigarre ab und werden erst am Ende konzentriert mitgeraucht. Deshalb also der Tipp, das Zigarrenformat sollte möglichst groß sein, um die Aromenvielfalt optimal zu erleben. Nur größere Zigarren entwickeln ein entsprechendes Rauchvolumen, das die Aromen sich entwickeln und differenziert erschmecken lässt.