Zigaretten-Alternative: Tabak-Erhitzer im Test

Zwei freundin-Kolleginnen haben die normale Zigarette gegen den Tabakerhitzer von IQOS getauscht und folgende Meinung dazu

Eines vorweg: IQOS hat nichts mit der klassischen E-Zigarette zutun. Geschmacksrichtungen wie Cola oder Erdbeere sucht man hier vergeblich und für diejenigen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, ist die Innovation aus dem Hause Philip Morris auch nicht gedacht. Eher für Menschen, die etwas „gesünder“ rauchen möchten und die unangenehmen Begleiterscheinungen des klassischen Rauchens (z.B. Zigarettengeruch) leid sind.

So funktioniert der Tabak-Erhitzer

Ein Mittel zum Zweck, um mit dem Rauchen aufzuhören, ist IQOS nicht. Denn man raucht weiterhin nikotinhaltigen Tabakdampf, der aber nicht, wie bei einer normalen Zigarette bei 800 Grad verbrannt, sondern bei 350 Grad erhitzt wird. Feuer und Asche bleiben aus – der typische Zigarettengeruch übrigens auch. IQOS besteht aus dem Charger (Ladecase) und dem Holder. In ihn steckt man die sogenannten Heets hinein, die Tabaksticks von IQOS. Sie sehen aus wie normale Zigaretten (nur etwas kürzer) und sind in fast jedem Supermarkt, Zigarettenautomat oder Tabakgeschäft erhältlich. Per Knopfdruck aktiviert man das Gerät und nach einer kurzen Vibration kann es losgehen. Bei der zweiten Vibration kühlt das Gerät wieder ab – ungefähr nach sechs Minuten, also einer normalen Zigarettenlänge.

Der Testbericht von Online-Redakteurin Lucy

Ich bin Raucherin, habe mein Verhalten aber im Griff. Ich rauche maximal ein bis zwei Zigaretten pro Tag und habe kein Problem damit, auch mal vier Wochen gar nicht zu rauchen, wenn es sein muss. Daher plagt mich auch kein schlechtes Gewissen, mit dem Rauchen aufhören zu müssen. Dafür ist IQOS auch nicht gedacht, wie ich direkt beim Kauf gesagt bekomme. „Möchten Sie mit dem Rauchen aufhören? Dann würde ich Ihnen das Gerät nämlich nicht verkaufen“. Was mich an normalen Zigaretten aber immer mehr gestört hat: Der Geruch, den man an den Fingern und Klamotten durch die Gegend trägt. So habe ich immer das Gefühl, sofort als Raucherin enttarnt zu werden und fühle mich damit ehrlicherweise auch ziemlich „asozial“. Denn cool ist rauchen schon lange nicht mehr. Als ich im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder von IQOS hörte, bin ich neugierig geworden und habe mir ein Gerät gekauft. Das Tolle daran: Man kann das Gerät vor dem Kauf für 9 Euro einen Monat lang testen, um herauszufinden, ob es einem überhaupt gefällt.

Wie fühlt sich das Gerät in der Hand an?

Deutlich eleganter als eine normale Zigarette. Nur an das richtige Halten muss man sich gewöhnen. Das Gerät kann man nicht mehr locker zwischen Zeige- und Mittelfinger halten, sondern muss es mit Daumen und Zeigefinger greifen. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig.

Wie ist das Rauch-Erlebnis?

Erstaunlich ähnlich zu einer normalen Zigarette, nachdem die Heets die gleiche Form einer Zigarette haben (inkl. Filter), nur nicht am Ende glimmen, sondern in einem Gerät stecken. Man muss etwas fester ziehen, das irritiert mich manchmal.

Wie fühlt man sich danach?

Deutlich besser, weil man nicht nach Zigarette riecht und nicht den typischen Geschmack im Mund hat. Der „Nachgeruch- und geschmack“ der IQOS verfliegt sofort. Außerdem riechen die Hände nicht nach Rauch. Ich muss zugeben, dass ich meine „nur draußen rauchen“-Regel seitdem hin und wieder gebrochen habe.

Mein Fazit

Ich nutze IQOS nun seit einem Jahr und möchte nicht mehr auf normale Zigaretten umsteigen. Ist der Akku des Gerätes mal leer und ich habe vergessen, ihn aufzuladen, rauche ich zwar auch hin und wieder eine normale Zigarette, bereue es aber direkt wieder. Denn wer eine Zeit lang ausschließlich IQOS raucht (es reicht schon eine Woche), wird plötzlich einen riesengroßen Unterschied schmecken– die normale Zigarette schmeckt richtig „verbrannt“.

Der Testbericht von Text-Redakteurin Heike

Ich habe vor zwei Jahren nach einer Trennung und einem Jobverlust wieder angefangen zu rauchen. Was ich zwar immer gehasst habe: Den Gestank und Mundgeruch, aber die Sucht war zu groß, um wieder aufzuhören. Auch genervt hat mich, dass ich mich selbst immer wieder asozial fühlte – teilweise wie eine Ausgestoßene aus der Gesellschaft, wenn ich da stand und rauchte.

Wie fühlt sich das Gerät in der Hand an?

Das Handling ist einfach und ich lade den Akku immer gewissenhaft auf, hatte daher noch nie einen Ausfall. Ich mag auch die neue Handhabung mit dem Stick, ich fühle mich damit irgendwie intellektueller, edler.

Wie ist das Rauch-Erlebnis?

Ich liebe diesen sanften Pfeifentabak-Geschmack, der mit verschiedenen Aromen zu haben ist. Ich mag am liebsten die Amber-Selection.

Mein Fazit

Dadurch, dass hier echter Tabak erhitzt wird, vermisse ich das Rauchen normaler Zigaretten nicht und habe überhaupt nicht das Bedürfnis danach. Ich habe allerdings das Gefühl, dass ich insgesamt mehr rauche.

Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von IQOS gibt es zur Zeit noch nicht. Unabhängige Forscher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) haben allerdings herausgefunden, dass beim Erhitzen des Tabaks deutlich weniger krebserregende Stoffe (Karzinome) entstehen, als wenn der Tabak verbrannt wird.