Zigarren auswählen für den Einstieg

Die richtige oder beste Einsteigerzigarre gibt es nicht. Das ist eine Tatsache, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man sich Zigarren kaufen möchte. Erfahrene Aficionados suchen sich ihre Zigarren nach den persönlichen Geschmacksvorlieben und Rauchgewohnheiten oder dem Anlass entsprechend aus. Sie nehmen viele Kostproben, bevor sie Zigarren auswählen, die sie in ihre Sammlung aufnehmen. Einsteiger machen es ihnen am besten nach, indem sie zunächst durch wiederholtes Probieren die facettenreichen Aromen und Geschmacksnoten der vielen Zigarrenmarken kennenlernen. Mit der Rauchdauer, der Nikotinstärke, dem Geschmack und dem Preis lassen sich Faktoren benennen, an denen man sich bei der Zigarrenauslese orientieren kann.

Kurze Rauchdauer vereinfacht den Einstieg

Die Rauchdauer hat Einfluss darauf, wie viel Spaß man bei dem Genuss einer Zigarre hat. Sie variiert abhängig von dem Format und den generellen Brand- und Zugeigenschaften einer Zigarre. Die meisten Einsteiger werden mit Zigarrenformaten wie Churchill, Gran Corona und Double Corona, die alle für den längeren Smoke gedacht sind, erst einmal nicht viel anfangen können. Für die ersten Kostproben sollten sie lieber Zigarren auswählen, deren Rauchdauer kürzer ist. Die Formate Half Corona, Petit Corona und Corona sind mit einer Rauchdauer von 20 bis 45 Minuten gute Kandidaten für den Anfang. Die kleineren und dickeren Robusto-Formate rauchen sich zudem kühler als die Formate Demi Tasse, Panetela oder Lonsdale. Diese länglichen, schlanken Formate tendieren dazu, schneller heiß und bitter zu werden, und verlangen daher mehr Übung, bis sie richtig genossen werden können.

Einsteigerzigarren sind eine Geschmacksfrage

Für das erste Rauchvergnügen spielt der Geschmack der Zigarre eine entscheidende Rolle. Die verwendete Tabakmischung der Einlage, deren Herkunftsland, Qualität und Beschaffenheit bestimmen das Aroma und den Geschmack der verschiedenen Zigarrenmarken. Das Format prägt die Geschmacksentfaltung beim Rauchen. Die Bedingungen, unter denen Zigarren gelagert werden, haben außerdem Einfluss darauf, ob die Zigarren überhaupt genießbar sind. Die Aufbewahrung von Zigarren in einem Humidor bei konstanter relativer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent ist Voraussetzung für den ungetrübten Rauchgenuss. Die Zigarren verschiedener Herkunftsländer decken vielfältige Aromen ab, von erdig, holzig, fruchtig bis hin zu würzig. Die Dominikanische Republik ist besonders für ihre milden Zigarren bekannt. Wegen ihres leichten Aromas werden Dominikaner zumeist als die klassischen Einsteigerzigarren vorgeschlagen. Eine schöne Milde charakterisiert weiterhin die Zigarren aus Ecuador und Mexiko. Süßliche Nuancen findet man vor allem unter den Zigarren aus Brasilien. Die Zigarren aus Honduras und Nicaragua warten mit tendenziell würzigen Aromen auf, sind jedoch weniger kräftig als kubanische Zigarren, die sich besonders durch erdig-salzige Aromen auszeichnen. Zigarren aus Kuba und Nicaragua sind Zigarrentipps für den erfahrenen Aficionado.

Vom Tabakgenuss zur Gaumenfreude

Wie sehr eine Zigarre geschmacklich überzeugt, kann mit der Stärke des Nikotingehalts schwanken. Die Palette reicht von milden über mittelstarke bis hin zu starken Zigarren. Hinzu kommen dutzende Zigarren, die sich in Kategorien wie etwa sehr mild oder auch äußerst stark weiter klassifizieren lassen. Die Biografie des Zigarrenrauchers kann entscheidend dafür sein, welche Nikotinstärke für das erste Raucherlebnis in Betracht kommt. So ist es möglich, dass sich Zigarettenkonsumenten, die stärkeren Tabakgeschmack gewohnt sind, mit einer leichten dominikanischen Zigarre nicht zufrieden geben. Sie könnten sich eher als Nichtraucher den mittelstarken bis starken kubanischen Zigarrenmarken zugeneigt fühlen. Die meisten Einsteiger werden sich mit dem mittleren Stärkegrad gut anfreunden können. Bei fehlender Rauch-Erfahrung hält man sich in der anlaufenden Probierphase am besten an die sehr milden bis milden dominikanischen Zigarren oder Zigarren aus Ecuador.

Zigarren nach Preis kaufen

Beim Preis gibt es bei Zigarren kaum Kompromisse. Der Marktwert von Zigarren ist vor allem eine Frage des Herstellungsverfahrens. Handgemachte Zigarren sind selbstverständlich teurer als maschinell hergestellte, schon allein deswegen weil für die Handarbeit mehr erstklassige Tabakpflanzen verwendet werden müssen. Die Tabaksorten und die Anbauregionen des Tabaks für Einlage, Deckblatt und Umblatt legen dabei den weiteren Wert von Zigarren fest. Einen Unterschied im Preis kann auch in der Herstellung als Longfiller (ganze Tabakblätter), Mediumfiller (größere Schnittreste) oder Shortfiller (Tabakschnipsel) liegen. Zigarren aus der Karibik und Südamerika sind zu einem großen Teil Longfiller, weswegen sie fast ausnahmslos in der höheren Preisklasse anzutreffen sind. Bei den europäischen Zigarrenherstellern wie Holland, Deutschland oder Italien kann man dagegen recht günstig Zigarren kaufen, weil es sich bei ihnen oft um Shortfiller handelt. Vom Preis her sehr attraktiv ist das Angebot an so genannten Bundle-Zigarren, bei denen auf eine teuer Holzkistenverpackung verzichtet wird. Einsteiger sind mit diesen preiswerten Long- oder Mediumfillern gut bestellt, wenn sie statt einzelner gleich mehrere Zigarren auswählen und testen wollen.