Zu 100 Prozent aus Österreich: Weinhof rollt jetzt auch Zigarren

Am Weinhof Rauch gibt es ab sofort die ersten rein österreichischen Zigarren. Der Betrieb ist der einzige in Österreich, der die Erlaubnis hat, die gesamte Produktion am heimischen Hof durchzuführen.

Jahrelang wurde in Österreich kein Tabak mehr angebaut. 2012 nahm sich Weinbauer Johannes Rauch ein Herz und baute auf einem Feld hinter dem Wirtschaftsgebäude der Familie Rauch in St. Peter am Ottersbach wieder einige Pflanzen an.

Sechs Jahre später ist mit der „Ostarrichi“ die erste zu 100 Prozent aus Österreich stammende Zigarre fertig gerollt. Gestern hat er sie präsentiert. „Mein Opa Alois hat bis 1980 Tabak angebaut, mein Vater Günther half ihm oft“, erzählt Johannes Rauch. Dieser Tabak musste damals noch an die Tabakregie abgeliefert werden und durfte nicht selbst veredelt und weiterverarbeitet werden. Zu niedrige Preise infolge der Globalisierung waren in den 1980er Jahren verantwortlich, das der Tabakanbau aus der Region verschwand.

Die Zigarre ist zurück

Mehr als 30 Jahre später ist die Familie Rauch der erste Betrieb in Österreich, der alle Genehmigungen erhalten hat, um alle Produktionsschritte zu Hause am Weinhof durchführen zu können. „Das Klima und die Bodenbeschaffenheit passen ideal für den Tabak und ich freue mich, diese Tradition wieder aufleben lassen zu können“, erzählt der Tabak-Bauer.

Jährlich werden 1000 Pflanzen auf einem kleinen Feld von Hand gesetzt. Im Spätsommer werden die Pflanzen geerntet und zum Trocknen aufgehängt. Ab Ende Dezember fermentieren die Blätter für zwei Monate in einer feuchten Wärmekammer. Erst dann kann die Zigarre gerollt werden. „Die Zigarre schmeckt mild und ist auch für Nichtraucher ein Genuss“, so Rauch.

Und wie sieht es mit der gesundheitsschädlichen Wirkung aus? Für Rauch geht es nicht um den Suchtfaktor – es wurden bislang nur 1000 Stück produziert–, sondern um Genuss und Tradition. Erhältlich ist die „Ostarrichi“-Zigarre in den regionalen Trafiken.